Abgelichtet 2021

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AUG
Klimaziele aus Essener Sicht so einfach nicht zu schaffen
Dr. Ecevit Agu, Fachbereichsleiter der Immobilienwirtschaft der Stadt Essen, informierte auf der FDP-Fraktionssitzung
 
Essens Weg zur Klimaneutralität ist im deutschen Klimaschutzgesetz vorgezeichnet. Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April und mit Blick auf das neue europäische Klimaziel 2030 hat die Bundesregierung am 12. Mai das geänderte Klimaschutzgesetz 2021 vorgelegt.
 
FDP-Fraktionssitzung
So müssen jetzt die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 bis 2030 nicht nur um 55, sondern sogar um 65 Prozent reduziert werden, bis 2040 soll eine Reduktion um 88 Prozent stattfinden und bis 2045 statt bis 2050 muss Klimaneutralität herrschen.
 
"Diese Ziele sind in Essen aus rein immobilienwirtschaftlicher Sicht nicht mehr zu schaffern", bringt es Dr. Ecevit Agu, Fachbereichsleiter der Immobilienwirtschaft der Stadt Essen, auf der FDP-Fraktions­sitzung Anfang der Woche auf den Punkt. Der Fachmann folgte einer Einladung der FDP-Fraktion und berichtete aus erster Hand, ob und wie diese Ziele in Essen zu erreichen sind.
 
Die Stadt Essen besitzt, laut Agu, über 1200 Gebäude in der Stadt, die bis 2045 allesamt energetisch saniert und renoviert werden müssten, um alle erforderlichen Vorgaben auch nur ansatzweise zu erreichen. Diese Ziele allerdings sind, laut Dr. Agu, vom heutigen Zeitpunkt aus nicht mehr erreichbar.
 
"Ich bin für ehrliche Worte", so der Fachmann weiter. "Wir haben zwar schon vieles auf den Weg gebracht und auch vieles umgesetzt, auch setzen wir uns hohe Ziele. Diese aber müssen auch erreichbar sein. Es nutzt niemandem etwas, wenn theoretisch bis 2045 Klimaneutralität herrscht, dies in der Praxis aber noch ganz anders aussieht."
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